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Entwicklung der Internationalen Volleyball-Spielregeln
Der Autor hat versucht, die Regeländerungen der letzten Jahrzehnte zusammenzufassen. Das Ergebnis sind die folgenden Zeilen. Man sieht vor allem, dass immer wieder versucht wurde, die Angriffsmöglichkeiten einzuengen (Antennen usw.), den Ball im Spiel zu halten und die Abwehr zu stärken (Block zählt extra, Technikbeurteilung, Aufgabeblockverbot, Libero usw.), die Spieldauer besser abschätzbar zu machen (3-Ball-System, Tie-Break, Verzögerungssanktionen, Aufgabezeit, erlaubte Netzberührungen, kein Aufschlagversuch, neue Zählweise, usw.) und ein eigenes Image aufzubauen (farbige Bälle, Kleidervorschriften usw.).
2000 Die Befugnisse des 2. Schiedsrichters werden eingeschränkt Etliche Ungereimtheiten der überhasteten Regeländerungen werden beseitigt
1999 Jede Mannschaft kann mit jedem Spielzug Punkte erzielen, die Sätze enden bei 25, ein 5. Satz bereits bei 15 Eine Netzberührung ist nur noch dann ein Fehler, wenn man dabei auch den Ball spielt oder wenn die Netzberührung Einfluss auf das Spiel hat Die Aufschlagsversuchsregel wird gestrichen Der Aufschlag darf beim Überqueren des Netzes die Netzkante berühren Farbige Bälle und Kunstlederbälle werden erlaubt Spielernummern müssen größer sein als vorher, bei internationalen Spielen gelten strengere Kleidervorschriften Der Libero als spezialisierter Abwehrspieler wird eingeführt Der Trainer darf sich am Spielfeldrand bewegen Bei im Wesentlichen unveränderten Sanktionen wird die Bedeutung der Karten geändert Sanktionen wegen Verzögerung gelten für das Spiel statt für den Satz Eine Beleidigung wird mit der Herausstellung statt mit der Disqualifikation geahndet
1996 Der Balldruck beträgt nur noch 3,0 bis 3,25 N/cm² Ein außerhalb zum Gegner fliegender Ball darf aus der gegnerischen Freizone außerhalb zurückgespielt werden Die Mittellinie darf auch mit der Hand betreten werden (vorher nur mit Fuß) Bei Verletzungen wird medizinische Hilfe auf dem Feld erlaubt Karten wegen Unsportlichkeiten gelten für das ganze Spiel statt nur für den Satz
1994 Die Freizone wird international auf 6 m neben und 9 m hinter dem Feld vergrößert Aufschläge dürfen hinter der ganzen Grundlinie statt hinter den 3 m der Position 1 geschlagen werden Der Aufschlagspieler ist nicht an die Positionsregeln gebunden Die Trikotnummern müssen besser lesbar sein Der Ball darf mit dem gesamten Körper berührt werden In der Abwehr wird unsauberes Spiel erlaubt, solange der Ball nicht gefangen oder geworfen wird (Zuspiel und Angriff werde wie bisher beurteilt) Beim ersten Ball darf jetzt auch beim Pritschen eine Doppelberührung passieren Die erlaubten Netzberührungen werden präzisiert
1992 Im Tie-Break sind wieder zwei Punkte Vorsprung erforderlich Der Ball darf mit jedem Körperteil ab Knie (vorher Gürtellinie) aufwärts berührt werden Um den Ball zu erreichen, darf die Freizone verlassen und außerhalb der Freizone Hilfe durch Gegenstände oder Mannschaftsmitglieder in Anspruch genommen werden (Hochlaufen auf Tribüne oder Spielerbank oder Abstützen durch Spieler auf der Bank ist erlaubt) Das Netz darf unabsichtlich berührt werden, wenn keine Spielaktion in der Vorderzone stattfindet Der zweite Aufgabeversuch muss innerhalb von 3 statt 5 Sekunden erfolgen Lob-Bälle werden in der Regel erstmals erwähnt International werden Trikotnummern von 1 bis 18 statt 15 erlaubt (national weiter bis 99) Socken müssen einheitliche Farbe haben (nicht im WVV) Nicht nur gefährliche, sondern auch solche Gegenstände, die dem Spieler künstlich Vorteile bringen können, werden verboten (die Formulierung wird so geändert, dass die Schiedsrichter bei Verletzungen wegen solcher Gegenstände nicht mehr verantwortlich gemacht werden können) Ein herausgestellter Spieler oder Offizieller muss den gesamten Spielbereich für den Satz verlassen und darf nicht mehr auf der Bank sitzen Die zweite Herausstellung bewirkt eine Disqualifikation Der zweite Schiedsrichter pfeift jetzt auch Netzfehler an der Netzoberkante Der zweite Schiedsrichter pfeift auch Boden oder Gegenstandsberührung, wenn der erste das nicht sehen kann
1988 Jeder Satz endet spätestens bei 17:16 Der fünfte Satz wird als Tie-Break gespielt Die Pausen dauern einheitlich 3 (statt vorher 2 und 5) Minuten Von außen dürfen Anweisungen an die Spieler gegeben werden Verzögerungen werden mit Verzögerungskarten statt mit Verwarnungen, Auszeiten oder Punkten geahndet Für die Auswechselspieler gibt es Aufwärmflächen
1984 Bei der Abwehr sind (außer beim Pritschen) Mehrfachberührungen erlaubt Blocken und direktes Rückspiel der Aufgabe in der Vorderzone oberhalb des Netzes sind verboten Es wird mit Aufstellungskarten gearbeitet
1982 Der Balldruck beträgt jetzt nur noch 4,0-4,5 N/cm²
1980 Der Balldruck beträgt 4,6-5,0 N/cm² (vorher 4,8-5,2 N/cm²) Es wird mit drei Spielbällen gespielt
1976 Nach dem Block sind drei statt zwei Ballberührungen erlaubt Die Antennen werden außen über den Linien (Abstand 9,00 m) angebracht
1973 Das Übertreten der Mittellinie ist dann erlaubt, wenn ein Teil des Fußes auf der Linie bleibt Gelbe und rote Karte werden eingeführt
1971 Der Hinterspieler muss beim Aufschlag wieder hinter dem Vorderspieler stehen Bei internationalen Spielen muss die Halle 12,50 m hoch sein
1970 Außen am Netz werden Antennen (Abstand 9,40 m) angebracht
1969 Der Aufschlag muss innerhalb von fünf Sekunden ausgeführt werden
1965 Der Aufschlag darf direkt am Netz abgewehrt werden, das zählt aber nicht als Block Vorder- und Hinterspieler dürfen bei der Annahme des Aufschlags auf gleicher Höhe stehen
1964 Übergreifende Blocks werden wieder erlaubt Beim Block sind Mehrfachberührungen erlaubt
1963 Übergreifende Blocks werden wieder verboten Die Anzahl der Spielerwechsel pro Satz wird auf sechs begrenzt Der Hinterspieler muss beim Aufschlag hinter dem Vorderspieler stehen
1959 Die Anzahl der Spielerwechsel pro Satz wird auf vier begrenzt Übergreifende Blocks werden erlaubt Das Berühren der Mittellinie wird erlaubt
1957 Die Länge der Auszeiten wird auf eine halbe Minute verkürzt
1955 Die Länge der Auszeiten wird auf eine Minute festgelegt Das Betreten der Mittellinie wird verboten
1950 Spieler der aufschlagenden Mannschaft dürfen keinen Sichtblock mehr bilden
1941 Der Ball darf mit allen Körperteilen oberhalb des Knies berührt werden
1937 Zweierblocks werden erlaubt
1930 Das Blocken wird eingeführt
1923 Die Feldgröße wird auf 30 × 60 Fuß festgelegt Ein Satz ist nur noch dann beendet, wenn eine Mannschaft mindestens zwei Punkte Vorsprung hat Spieler dürfen nur noch bei Spielunterbrechungen ausgewechselt werden Die Anzahl der Auswechselspieler wird auf sechs begrenzt
1922 Hinterspieler dürfen nicht mehr angreifen Die Anzahl der Ballberührungen pro Mannschaft wird auf drei begrenzt Das Amt des Schreibers wird eingeführt, er agiert auch als Linienrichter
1921 Unter dem Netz wird die Mittellinie gezeichnet
1918 Die Netzhöhe wird auf 2,43 m geändert
1917 Pro Mannschaft dürfen nur noch sechs Spieler auf dem Feld stehen
1916 Aufschläge müssen aus einer Aufschlagzone erfolgen
1912 Das Rotationsprinzip wird eingeführt Der Spielmodus wird auf zwei Sätze bis 15 Punkte festgelegt, bei 15:14 ist ein Satz beendet Netzaufschläge gelten als Fehler Die Netzhöhe wird auf 2,28 m geändert Die Feldgröße wird auf 60 × 35 Fuß festgelegt
1900 Jeder Spieler darf den Ball nur noch einmal hintereinander berühren Der Ball darf die Wand nicht mehr berühren Der Aufschlag muss direkt, nicht von einem Mitspieler über das Netz gespielt werden Die Netzhöhe wird von 1,98 m auf 2,13 m geändert Die Linien gehören zum Feld, nicht mehr zum Aus
1897 Die nachfolgend übersetzten ersten Regeln werden im offiziellen Handbuch der CVJM veröffentlicht.
Diese Aufstellung ist aus den unterschiedlichsten Quellen zusammengetragen.
1897 Association Athletic League Handbook - Volley Ball Volley-Ball ist ein neues Spiel, welches besonders für Sport- und Turnhallen geeignet ist, aber auch draußen gespielt werden kann. Beliebig viele Leute können dieses Spiel spielen. Das Spiel besteht darin, einen Ball über einem hohen Netz in Bewegung zu halten und von einer auf die andere Seite zu spielen, es übernimmt also charakteristische Eigenschaften zweier Spiele: Tennis und Hand-Ball.
Das Spiel beginnt, indem ein Spieler auf einer Seite den Ball über das Netz in Richtung gegnerisches Feld aufschlägt. Die Gegner spielen den Ball dann zurück, ohne dass der Ball den Boden berührt, und auf diese Weise bleibt der Ball im Spiel, bis eine Seite ihn nicht mehr zurück spielen kann oder bis er auf den Boden fällt. Dies zählt als Punkt für die eine Mannschaft oder als Aufschlagverlust für die andere abhängig davon, welcher Seite dies passiert. Das Spiel besteht aus neun Abschnitten, in jedem davon schlägt jede Seite gemäß den Regeln eine bestimmte Anzahl von Malen auf.
Volley-Ball-Regeln
I. Spiel Das Spiel besteht aus neun Abschnitten.
II. Abschnitt Ein Abschnitt besteht aus: Wenn auf jeder Seite ein Spieler spielt, ein Aufschlag pro Seite; wenn auf jeder Seite zwei Spieler spielen, zwei Aufschläge pro Seite, wenn drei oder mehr Spieler auf jeder Seite spielen, drei Aufschläge pro Seite. Der aufschlagende Spieler schlägt solange auf, bis seine Seite es nicht mehr schafft, den Ball zurückzuspielen. Jeder Spieler soll der Reihe nach aufschlagen.
III. Feld Das Feld oder der freie Bereich auf den Boden soll 25 Fuß breit und 50 Fuß lang sein, durch das Netz in zwei quadratische Felder vom 25 mal 25 Fuß geteilt. Mit vier Fuß Abstand soll auf jeder Seite parallel zum Netz eine Linie, die Dribbellinie, gezogen werden. Die Außenlinien müssen voll gemalt sein, damit sie aus dem ganzen Feld gesehen werden können. Anmerkung: Die genaue Größe des Feldes darf geändert werden, um sich an die Gegebenheiten des Platzes anzupassen.
IV. Netz Das Netz soll mindestens zwei Fuß breit und 27 Fuß lang sein und soll von Ständern gehalten werden, die mindestens einen Fuß außerhalb der Seitenlinien stehen. Die Oberkante des Netzes muss sich sechs Fuß sechs Zoll über dem Boden befinden.
V. Ball Der Ball soll eine mit Leder oder Leinwand überzogene Gummiblase sein. Er soll nicht weniger als 25 Zoll und nicht mehr als 27 Zoll im Umfang messen und soll nicht weniger als 9 Unzen und nicht mehr als 12 Unzen wiegen.
VI. Aufschläger und Aufschlag Der Aufschläger soll mit einem Fuß auf der hinteren Linie stehen. Der Ball muß mit der Hand geschlagen werden. Dem Aufschläger sind zwei Versuche erlaubt, um den Ball in das gegnerische Feld zu bringen (wie beim Tennis). Der Aufschläger darf an jede Stelle des gegnerischen Feldes aufschlagen. Beim Aufschlag muss der Ball mindestens zehn Fuß weit geschlagen werden, es ist kein Dribbeln erlaubt. Ein Aufschlag, der das Netz treffen würde, aber von einem anderen Spieler der eigenen Seite, bevor er das Netz berührt, über das Netz in die gegnerische Hälfte gegespielt wird, zählt als gut; wenn er jedoch ins Aus geht, hat der Aufschläger keinen zweiten Versuch.
VII. Punktezählung Jeder gute, nicht zurück gespielte Aufschlag und jeder Ball im Spiel, der von der annehmenden Seite nicht zurück gespielt wird, zählt als ein Punkt für die aufschlagende Seite. Eine Seite kann nur Punkte erzielen, wenn sie aufschlägt; ein Fehler dieser Seite, den Ball zurück zu spielen, zählt als Aufschlagverlust.
VIII. Netzball Ein Spielzug, der das Netz berührt, ausgenommen der erste Aufschlag, wird Netzball genannt, ist gleichbedeutend mit einem Fehler beim Zurückspielen des Balls und zählt für die gegnerische Seite. Ein Ball, der beim ersten Aufschlagversuch das Netz trifft, soll als tot bezeichnet werden und zählt als Aufschlagversuch.
IX. Linienball Wenn der Ball die Außenlinie trifft, ist dies gleichbedeutend mit einem Ball außerhalb des Feldes und zählt entsprechend.
X. Spiel und Spieler Jede Anzahl von Spielern, die dem Platz angemessen ist, darf spielen. Ein Spieler sollte in der Lage sein, etwa 10 mal 10 Fuß abzudecken. Sollte ein Spieler während des Spielzugs das Netz berühren, nimmt das den Ball aus dem Spiel und zählt das gegen seine Seite. Sollte irgendein Spieler den Ball fangen oder für einen Augenblick halten, ist er aus dem Spiel und zählt für die gegnerische Seite. Sollte der Ball irgendeinen anderen Gegenstand als den Fußboden berühren und ins Spiel zurückspringen, bleibt der Ball im Spiel. Den Ball zu dribbeln bedeutet, ihn die ganze Zeit zu tragen, ihn dabei am Springen zu halten. Kein Spieler soll die Dribbellinie überqueren, dies nimmt den Ball aus dem Spiel und zählt gegen ihn. Jeder Spieler, der den Schiedsrichter anspricht oder irgendwelche abfälligen Bemerkungen über ihn oder irgendeinen der Spieler auf der Gegenseite macht, kann ausgeschlossen werden, und seine Seite ist verpflichtet, ohne ihn oder einen Ersatzspieler zu spielen oder das Spiel aufzugeben.
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